"Klimaschutz bedeutet nicht notwendigerweise Verzicht. Im Gegenteil: Wir werden in Zukunft auf viel mehr Wohlstand verzichten müssen, wenn wir nicht in Klimaschutz investieren. Und ist es wirklich Verzicht, wenn ich energiesparende Elektrogeräte oder ein sparsames Auto kaufe, mein Haus stärker dämme oder Stand-by-Schaltungen vermeide? Am Ende werde ich doch durch niedrige Energiekosten belohnt. Ich bin überzeugt: Klimaschutz ist ohne Einbußen an Lebensqualität machbar."
Bundespräsident Horst Köhler in einem Interview 2007
Nicht nur reden - Machen!
Wenn der höchste Repräsentant unseres Staates Einsichten über unser Verhältnis zum Klimaschutz verkündet, ist dies zumindest ein gutes Zeichen. Nicht mehr und nicht weniger. Von der Einsicht zum Handeln ist es hingegen noch ein weiterer Schritt. Es ist bisher nicht bekannt, dass Bundespräsident Köhler Staatsbankette als "klimaneutrale" Veranstaltungen zertifizieren lässt.
Mecklenburg-Vorpommern hat alles, was zukunftsfähige Energieerzeugung braucht
Es nützt nichts, wir können nicht warten, bis Andere für uns Lösungen finden. Auch Mecklenburg-Vorpommern kann mehr, als die Regierungskoalition in Sachen Klimaschutz bisher angeboten hat. Noch immer liegt das im Koalitionsvertrag angekündigte Konzept "Energieland 2020" nicht vor. Stattdessen setzen unsere Spitzenpolitiker auf Energiekonzepte aus der Mottenkiste. Ein Kohlekraftwerk Lubmin mit einem jährlichen Ausstoß von 10,2 Millionen Tonnen Kohlendioxid soll fernab jeglicher Abnahmestrukturen entstehen. Der BUND Mecklenburg-Vorpommern arbeitet vehement für eine Verhinderung dieses energiepolitisch falschen Projektes, dass zudem dramatische Konsequenzen für Mensch und Natur in der Region Vorpommern nach sich ziehen würde.
Unser Bundesland
- besitzt große windreiche Flächen,
- weist Regionen auf, die zu den sonnenreichsten in ganz Deutschland gehören,
- verfügt über gewaltige Ressourcen an Biomasse aus Landschaftspflege und Landwirtschaft und
- kann geologische Strukturen bieten, welche die Nutzung von Erdwärme ermöglichen.
Trotzdem schafft es Mecklenburg-Vorpommern im Vergleich¹ der Bundesländer zur Frage, wer die Erneuerbaren Energien am meisten unterstützt, nur auf einen mageren 7. Platz. Brandenburg tut deutschlandweit am meisten für die Erneuerbaren. Selbst Sachsen-Anhalt, ein Land mit ähnlichen sozio-ökonomischen Verhältnissen wie Mecklenburg-Vorpommern, liegt vor unserem Bundesland. Der BUND Mecklenburg-Vorpommern arbeitet intensiv daran, dass sich dies ändert
¹Zu den Ergebnissen der Studie "Best Practice für den Ausbau Erneuerbarer Energien" des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) und des Zentrums für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung (ZSW) gelangen Sie hier.
Klimaschutz betrifft nicht nur die Energieerzeugung
Nicht nur die Erzeugung von Energie trägt in unserer Gesellschaft massiv zur Erderwärmung bei. Besonders auch die ineffektive Verwendung der Energie, der vermeidbar hohe Verbrauch von Energie, der übermäßige Straßenverkehr, die Zerstörung von Feuchtgebieten, Wäldern und Mooren sind weitere Beispiele für Quellen von Kohlendioxid und Stickoxiden. Hier bieten sich weitere Handlungsfelder, auf denen der BUND zu einer Reduzierung der klimarelevanten Gase beiträgt. So arbeitet unser Projekt "Nachhaltige EU-Förderung" an einer Stabilisierung des öffentlichen Personennahverkehrs mit dem Ziel, wichtige Bahnstrecken des Landes zu ertüchtigen und bessere Kupplungen zwischen Bahnen und Bahnen und Bussen zu erzielen.



