"Klimaschutz bedeutet nicht notwendigerweise Verzicht. Im Gegenteil: Wir werden in Zukunft auf viel mehr Wohlstand verzichten müssen, wenn wir nicht in Klimaschutz investieren. Und ist es wirklich Verzicht, wenn ich energiesparende Elektrogeräte oder ein sparsames Auto kaufe, mein Haus stärker dämme oder Stand-by-Schaltungen vermeide? Am Ende werde ich doch durch niedrige Energiekosten belohnt. Ich bin überzeugt: Klimaschutz ist ohne Einbußen an Lebensqualität machbar."
Bundespräsident Horst Köhler in einem Interview 2007

Nicht nur reden - Machen!

Wenn der damlas höchste Repräsentant unseres Staates Einsichten über unser Verhältnis zum Klimaschutz verkündet, ist dies zumindest ein gutes Zeichen. Nicht mehr und nicht weniger. Von der Einsicht zum Handeln ist es hingegen noch ein weiterer Schritt. Es ist nicht bekannt, dass Bundespräsident Köhler Staatsbankette als "klimaneutrale" Veranstaltungen zertifizieren ließ.

Mecklenburg-Vorpommern hat alles, was zukunftsfähige Energieerzeugung braucht

Es nützt nichts, wir können nicht warten, bis Andere für uns Lösungen finden. Auch Mecklenburg-Vorpommern kann mehr, als die Regierungskoalition in Sachen Klimaschutz bisher angeboten hat. Nachdem der Landesenergierat und seine Arbeitsgruppen in 10 Monaten intensiver Arbeit einen „Vorschlag für ein Landesenergiekonzept“ erarbeitet und diesen im Sommer 2013 der Landesregierung übergeben hat, wurde das überarbeitete Konzept 18 Monate später, im Februar 2015 vorgelegt. Das Papier enthält wesntliche Vorschläge des BUND. Entsprechend seines Anteils an der Fläche Deutschlands soll M-V bis 2025 rund 6,5% (24,3 TWh) des deutschen Stroms aus Erneuerbaren Energien produzieren. Kommunen und Bürger sollen per Gesetz finanziell an Erneuerbaren Energien beteiligt werden. Dies war bisher im Land kaum möglich. Auch die vom BUND lang geforderte Landesenergieagentur soll in M-V, als letztes Bundesland, eingerichtet werden. Zielgerichtete Information zu Energieeinsparung, Erneuerbare Energien, Beteiligung und Förderung ist der Schlüssel zur Umsetzung einer dezentralen Energiewende von Bürgern und Kommunen. Den beschriebenen Zielen müssen nun jedoch Taten folgen. Der BUND setzt sich mit Nachdruck für die Nutzung unserer natürlich vorhandenen Potenziale im Rahmen einer ökologischen Energiewende ein.

Unser Bundesland

  • besitzt große windreiche Flächen,
  • weist Regionen auf, die zu den sonnenreichsten in ganz Deutschland gehören,
  • verfügt über gewaltige Ressourcen an Biomasse aus Landschaftspflege und Landwirtschaft und
  • kann geologische Strukturen bieten, welche die Nutzung von Erdwärme ermöglichen.

Trotzdem schafft es Mecklenburg-Vorpommern im Vergleich¹ der Bundesländer zur Frage, wer die Erneuerbaren Energien am meisten unterstützt, nur auf den 3. Platz, hinter Bayern und Baden-Württemberg. Auch hier bekommen wir für die Erfassung und die Aktualiät bei Energieberichten schlechte Noten. Aber vor allem das Fehlen einer Energieagentur wird bemängelt! Viele Informationen kommen bei den Akteuren bisher nicht an! Der BUND Mecklenburg-Vorpommern arbeitet intensiv daran, dass sich das ändert.

¹Zu den Ergebnissen der Studie Vergleich der Bundesländer: Analyse der Einflussfaktoren für den Ausbau der Erneuerbaren Energien 2014 –Indikatoren und Ranking des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) und des Zentrums für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung (ZSW) gelangen Sie hier.

Klimaschutz betrifft nicht nur die Energieerzeugung

Nicht nur die Erzeugung von Energie trägt in unserer Gesellschaft massiv zur Erderwärmung bei. Besonders auch die ineffektive Verwendung der Energie, der vermeidbar hohe Verbrauch von Energie, der übermäßige Straßenverkehr, die Zerstörung von Feuchtgebieten, Wäldern und Mooren sind weitere Beispiele für Quellen von Kohlendioxid und Stickoxiden. Hier bieten sich weitere Handlungsfelder, auf denen der BUND zu einer Reduzierung der klimarelevanten Gase beiträgt. So arbeitet unser Projekt "Nachhaltige EU-Förderung" an einer Stabilisierung des öffentlichen Personennahverkehrs mit dem Ziel, wichtige Bahnstrecken des Landes zu ertüchtigen und bessere Kupplungen zwischen Bahnen und Bahnen und Bussen zu erzielen. 




Wann: 2. Juli, 12 Uhr 
Wo: Hamburg, Rathausmarkt

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