Stromerzeugung

Mecklenburg-Vorpommern ist das erste Bundesland, das seinen Strombedarf von rund 7 Mrd kWh im Jahr rein rechnerisch aus Erneuerbaren Energien bezieht. Seit 2014 produziert das Land mehr Ökostrom als es selbst verbraucht und exportiert in andere Bundesländer.

Im Jahr 2014 wurden 7,8 Mrd kWh Strom aus Erneuerbaren Energien produziert. Den höchsten Anteil daran hat Windstrom. Gut 1700 Anlagen im Land produzierten 4,4 Mrd kWh, gefolgt von Bioenergie mit insgesamt 2,3 Mrd kWh. Solarstrom konnte den größten Zuwachs im Vergleich zum Vorjahr erzielen. Rund 14.000 Anlagen produzierten 1,1 Mrd kWh.

Auch bei Betrachtung der gesamten Bruttostromerzeugung von 12,3 Mrd kWh hat Windstrom mit 36 % den höchsten Anteil. Doch schon an zweiter Stelle steht Steinkohle mit einer Produktion von 3,4 Mrd kWh. Die Stromproduktion aus Erdgas ist seit Jahren rückläufig und betrug zuletzt nur noch 1 Mrd kWh. Unter Sonstiges fällt die Stromproduktion aus Öl u.a. nicht erneuerbaren Energien.

Energie- und Klimaschutzziele

Strom 2025

M-V will Stromexportland werden. Rund 6,5 % der bundesweiten Stromerzeugung sollen aus M-V kommen. Dabei soll die Erzeugung wie folgt aufgeteilt werden:

  • Windenergie onshore 12 Mrd. kWh
  • Windenergie offshore 8,25 Mrd. kWh
  • Bioenergie 2,45 Mrd. kWh
  • Photovoltaik 1,6 Mrd. kWh

Bei dem aktuellen Stand der regenerativen Stromerzeugung bedeutet das einen Zuwachs von 1,5 Mrd kWh pro Jahr. Die Tabelle zeigt den geplanten Zuwachs der einzelnen Energieformen in Mrd kWh.

Energie

Stand 2014

Ziel 2025

Zuwachs

Zuwachs / Jahr

Wind

4,4

20,25

15,85

1,44

Bioenergie

2,3

2,45

0,15

0,013

Photovoltaik

1,1

1,6

0,5

0,045

Summe

7,8

24,3

16,5

1,5

Wärme 2020

Der Anteil Erneuerbarer Energie bei der Wärmeerzeugung soll bis 2020 14 % betragen. Er liegt derzeit bei rund 9 %.

Klimaschutz 2020

Die Treibhausgasemissionen sollen gegenüber 1990 bis 2020 um mindestens 40 % reduziert werden. Pro Jahr stößt M-V bspw. rund 10 Mio t CO2 aus. Davon gehen allein 3 Mio t auf das Konto des Steinkohlekraftwerkes in Rostock. Ohne Erneuerbare Energien würde der CO2-Ausstoß bereits bei 13 Mio t pro Jahr liegen.

Regionale Wertschöpfung

Eine dezentrale Energiewende mit vielen kleinen Energieerzeugern in kommunaler und bürgerlicher Hand, sowie kleinen und mittelständischen Unternehmen, die in der Produktion, Zulieferung oder der Forschung für Erneuerbare Energien arbeiten, ist ein Gewinn für M-V. Kommunen, Bürger und die Wirtschaft profitieren einerseits durch Steuereinnahmen, Pachterträge, Beteiligungen und Arbeitsplätzen, andererseits durch die Vermeidung teurer Importe fossiler Energie.

Bereits 13.700 Beschäftige im Bereich der Erneuerbaren Energien erwirtschaften jährlich 3,7 Mrd € Umsatz. Und das bei mehrheitlich überdurchschnittlichen Bruttojahreslöhnen zwischen 30.000 und 35.000 €. Diese Arbeitsplätze sind langfristig, da viele Betriebe Produkte und Wissen in die ganze Welt exportieren.

Forderungen des BUND

Der BUND M-V setzt sich für eine ökologische Energiewende ein. Energieeinsparung und Energieeffizienz müssen dabei oberste Priorität haben und der Ausbau Erneuerbarer Energien naturverträglich gestaltet werden. Besonders in den Bereichen Wärme und Verkehr muss der Umbau von fossiler hin zu regenerativer Energie vorangetrieben werden.

BUND-Position zu den Forderungen einer ökologischen Energiewende hier.

Quellen

  • Statistisches Amt Mecklenburg-Vorpommern, 2015, Link
  • Energiepolitische Konzeption für Mecklenburg-Vorpommern, 2015, Link
  • Jobmotor Energiewende, 2015, Link
  • Hinweise und Forderungen des BUND Mecklenburg-Vorpommern, 2013, Link


  • CO2-Einsparung durch Nutzung Erneuerbarer: 0%! ggü Vorjahr = 158,8 Mio t
  • Anteil Erneuerbarer Strom: 31,7% ggü 31,6% Vorjahr
  • Anteil Erneuerbarer Wärme: 13,4% ggü 13,2% Vorjahr
  • Anteil Erneuerbarer Verkehr: 5,1% ggü 5,2% Vorjahr
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