Gleich zu Beginn hat es Herr Dr. Gregor vom Umweltbundesamt noch einmal deutlich gesagt, Salzstreuung in Alleen ist immer eine Entscheidung gegen die betreffende Allee - einen Kompromiss gibt es nicht. Die einzige Alternative heißt, kein Feuchtsalz auszubringen. Weiter führte er aus, dass aus der typischen Baumartenverteilung hervorgeht, dass Linde, Ahorn und Kastanie, die salzempfindlichsten unserer Alleebaumarten, zusammen mehr als 60% der Bestände ausmachen. Für die Schadwirkung von Tausalz werden typische Schadbilder gezeigt und baumphysiologische Aspekte angesprochen.
Tausalzwirkungen auf Böden und Pflanzen
Pflanze
•Kontaktschäden (z.B.Ätzwirkung)
•osmotische Wirkung („Wassermangel“)
•Salzaufnahme, Speicherung
•Nährstoffmangel, Störung des Kaliumhaushalts
•Blattchlorosen/-nekrosen, Blattverlust
•Salzkreislauf, Rückverlagerung
•Boden
•Salz-Akkumulation
•Nährstoffauswaschung/-austausch
•Alkalisierung
•Schäden an der Bodenflora, Mykorrhizaschäden
•Verschlämmung
•Verdichtung
•Grundwasserschädigung
90% der Schadwirkung von Tausalz erfolgt über den Boden, nur etwa 10% gelangen über das Spritzwasser direkt auf die Vegetation am Straßenrand. Als Folge der direkten Einwirkung werden Kontaktschäden beobachtet. Die Hauptwirkung des Salzes im Winterdienst aber geht – mit Verzögerung - über den Bodenpfad. Und, unglücklicherweise, reichert sich das Salz im straßennahen Boden an.
Trotz aller denkbaren technischen Vorkehrungen, und Sanierungsmaßnahmen um Salzeinwirkungen zu verringern, wie z.B. Abweisung oder Ableitung salzhaltigen Schmelzwassers, Hochbordsteine, Bodenversiegelung, wiederholter Bodenaustausch und Bewässerung, ist ein herkömmlicher Winterdienst, der Salzeinsatz zulässt, selbst mit den minimalen Lebensansprüchen unserer unersetzlichen Alleebäume nicht vereinbar. Eine dauerhafte Sanierung der Straßenrandböden oder eine Revitalisierung geschädigter Bäume ist unmöglich, wenn Salzeinsätze beibehalten werden. Alternative Auftaumittel verursachen oft schwerer wiegende Schäden. Als wirksamste Möglichkeit zum dauerhaften Schutz von Alleebäumen bietet sich ein Verzicht auf den Salzeinsatz an.
Auch Salzschäden an Brücken- und Stützbauwerken, Bodenversalzung und Wirkungen auf das Grundwasser haben entlang deutscher Straßen über mehr als vier Jahrzehnte unschätzbare Verluste angerichtet. Auch dies ist ein Grund, den Einsatz der gefährlichen Umweltchemikalie "Tausalz" schnellstens und drastisch einzuschränken, sagt Dr. Gregor.
Hoffnung kann uns aber seine Aussage geben, die Bäume können sich erholen wenn der Winterdienst in Zukunft auf Salz verzichtet. Interessant für uns aus Umweltsicht war auch die Aussage, dass es bei eingeschränktem Winterdienst ÖPNV-Zuwächse für Taxis und Bahnen in Höhe von 10% geben kann...