1. Juni 2010

Umweltverwaltung in Mecklenburg-Vorpommern neu geordnet

Mit der heutigen Kabinettssitzung der Landesregierung Mecklenburg-Vorpommern wurde der Neuordnung der staatlichen Landwirtschafts- und Umweltverwaltung in Mecklenburg-Vorpommern zugestimmt. Zu der anschließend von Umwelt- und Landwirtschaftsminister Till Backhaus (SPD) verkündeten Fusion der Ämter für Landwirtschaft mit den Staatlichen Ämtern für Umwelt und Natur (StÄUN) äußerte sich Arndt Müller, Umweltexperte des BUND Mecklenburg-Vorpommern wie folgt:

"Wir haben in den letzten Monaten für den Erhalt einer starken staatlichen Umwelt- und Naturschutzverwaltung gekämpft, weil wir angesichts der großen Aufgaben im Natur- und Umweltschutz unabhängige, engagierte und fachlich kompetente Behörden benötigen. Mit der nun vorgestellten Ämterfusion ist jedoch klar, dass dem Natur- und Umweltschutz in diesem Prozess eine untergeordnete Rolle beigemessen wurde."
So werden bei der Personalverteilung deutlich mehr Stellen den Landwirtschaftsressorts zugeschlagen. Auch fällt die Organisationsstruktur zu Lasten der Umwelt- und Naturschutzaufgaben aus.

Arndt Müller
: "Eine Zusammenarbeit zwischen Landwirtschaft und Natur- und Umweltschutz auf Augenhöhe ist damit nicht möglich."

Gerade die konventionelle Agrar-Technologie, so Müller weiter, schädigt als Hauptnutzer unserer Landschaft weiterhin in unvergleichlichem Maß die Umwelt. Daran konnten auch beispielsweise die bisherigen Agrarumweltprogramme bisher grundsätzlich nichts ändern. So mussten erst im November 2009 zahlreiche Brunnen im Landkreis Nordvorpommern wegen anhaltend hoher Nitratbelastung aus der Landwirtschaft für die Trinkwasserversorgung gesperrt werden.

"Das europäische Naturschutznetz NATURA 2000, die Umsetzung der EU-Wasserrahmenrichtlinie und alle anderen Umweltschutzziele werden in Mecklenburg-Vorpommern nur erreicht, wenn Landwirtschaft - vom Wegebau bis zur Fruchtfolge - deutlich ökologischer abläuft. Die einfachsten Umwelt- und Verfahrensvorschriften müssen zum grundlegenden Arbeitsprinzip auch der Landwirtschaftsverwaltung werden. Nur so kann verhindert werden, dass zum Beispiel die heimischen Imker weiterhin ihre Bienenvölker durch Chemiewolken im Raps verlieren." so Arndt Müller abschließend.

Rückfragen: Arndt Müller, BUND Mecklenburg-Vorpommern, Tel. 0160-96470127

Positionspapier von NABU und BUND zum Umbau der Umweltverwaltung in Mecklenburg-Vorpommern

Meldung über Nitratbelastung von Trinkwasserbrunnen, OZ, 2.11.2009