23. Mai 2012

Sicherheitsrisiko Gentechnik!

Die Trägerin des Stuttgarter Friedenspreises 2009, die schottisch-ungarische Gentechnikwissenschaftlerin Prof. Susan Bardócz kommt auf Einladung des BUND Landesverbandes erstmalig nach Rostock. Während eines öffentlichen Vortrages mit anschließender Diskussion wird Frau Prof. Bardócz über die Risiken der Gentechnik sprechen. Die gemeinsam mit dem AStA Rostock organisierte Veranstaltung findet am Samstag, dem 09.06.2012 um 19:30 Uhr im Audimax der Universität Rostock, Ulmenstr. 69 statt. Übersetzung durch Jürgen Binder (Gentechnikfreies Europa e.V.). Der Eintritt ist frei.

Am Freitag, dem 08.06.2012, findet um 16:00 Uhr in 18184 Sagerheide, Haus 10 bei Familie Straß, ein Pressegespräch mit Prof. Bardócz statt, zu dem wir Sie herzlich einladen.

Dr. B. Roloff, Gentechnik-Experte beim BUND:„Wir freuen uns sehr, dass Frau Prof. Bardócz als anerkannte Gentechnikforscherin und mutige Warnerin vor den Risiken der Gentechnik aus Ungarn zu uns kommt und an der Rostocker Universität einen öffentlichen Vortrag hält. Über 70 % der Verbraucher wollen keine Gentechnik. Das Wissen um die möglichen Folgen von Gen-food und Gentechnik ist bei den Meisten jedoch gering und wird oft durch ein diffuses Unbehagen über ein „gefühltes“ Risiko ersetzt. Bei den Gegnern der Agrogentechnik setzt sich immer mehr die Erkenntnis durch, dass die gentechnische Methode das eigentliche Risiko darstellt und weil sich genveränderte Organismen vermehren und ausbreiten können.

Hintergrund: Die Professorin Susan Bardócz, Jahrgang 1950, studierte Chemie und promovierte in Biochemie und Pharmakologie. Sie leitete wie zuvor ihr Mann Árpád Pusztai eine Forschungsabteilung im renommierten Rowett-Institut im schottischen Aberdeen. Beide wurden 1998 gefeuert, weil Pusztai im Fernsehen Forschungsergebnisse vorstellte, nach denen an Ratten verfütterte genmanipulierte Kartoffeln Wachstumsstörungen und eine Schädigung des Immunsystems verursachten. Offiziell hieß es, seine Ergebnisse seien falsch und nicht abgesichert gewesen, viele Forscher allerdings sahen darin den Versuch, einen Gentechnik-Kritiker mundtot zu machen. Pusztai rückte nie von seinen Ergebnissen ab und erhielt 2005 dafür den Whistleblower-Preis. Im Dezember 2009 erhielten Bardócz und Pusztai für ihren Einsatz für eine kritische Sicherheitsforschung in der Gentechnik den Stuttgarter Friedenspreis. Gleichzeitig erschien bei Orange Press ihr Buch "Sicherheitsrisiko Gentechnik" auf Deutsch. Es erklärt auch für Laien Grundlagen und Risiken der Gentechnik und widmet sich der Rolle multinationaler Unternehmen. Susan Bardócz lehrt heute an der Universität Debrecen in Ungarn.

 

Anlage: Bild von Prof. Bardócz zur kostenlosen Verwendung

Rückfragen: Dr. Burkhard Roloff, BUND, Tel.: 0385 52133913 und 0176 25190600