BUND Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland


6. Oktober 2004

Schweinemastanlage Medow:

In eine weitere Runde gehen morgen abend, am
7. Oktober 2004 um 18.30 Uhr die Verhandlungen zwischen Bürgern, BUND (Bund für
Umwelt und Naturschutz Deutschland) und dem Investor um den Bau der geplanten
Schweinemastanlage im vorpommerschen Medow.

Der neue Investor Mari van Genugten will den Medowern mit baulichen
Änderungsvorschlägen, einem Verkehrskonzept für die Transporte und dem Bau einer
Biogasanlage den Bau der umstrittenen Schweinemastanlage für 12.000 Tiere
vorschlagen. Im Gegenzug sollen die Bürger und der BUND die seit März bzw. April
anhängigen Klagen vor dem greifswalder Verwaltungsgericht zurückziehen. Mit
einem Ergebnis der Klagen wäre in zwei bis drei Jahren zu rechnen.

Kritisch wird von Bürgern und BUND jedoch weiterhin die Dimension der geplanten
Anlage und die Haltungsform auf Betonspalten gesehen. Während die Bürger vor
allem über eine drastische Reduzierung der Tierzahlen die Belastungen für ihr
Wohnumfeld mindern möchten, dringt der BUND auf eine Änderung des
Haltungsverfahrens. Eine Biogasanlage würde aus Sicht des BUND zwar einige
negative Auswirkungen reduzieren, jedoch die nicht artgerechte Haltungsform auf
Betonspalten weiterhin festlegen.

Der BUND versucht derzeit in Zusammenarbeit mit dem Landwirtschaftsministerium
Mecklenburg-Vorpommern das NEULAND – Programm, ein Tierhaltungsprogramm mit
besonders artgerechter Haltung mit Einstreu und Auslauf in
Mecklenburg-Vorpommern zu fördern. Eine derartige Haltungsform wurde bislang
jedoch vom Investor abgelehnt.

Immerhin wird von beiden Seiten noch Spielraum für eine Einigung gesehen. Die
Firma van Genugten Agri selbst bietet europaweit kleinere Anlagen für maximal
2.000 Tiere an, allerdings auf den konventionellen Betonspaltenböden.


Quelle: http://www.bund-mecklenburg-vorpommern.de/nc/presse/pressemitteilungen/detail/artikel/schweinemastanlage-medow/