24. November 2009
Bis 2015 ist nicht mehr viel Zeit
Zur heutigen Zwischenbilanz der Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie in Mecklenburg-Vorpommern durch Agrar- und Umweltminister Till Backhaus mahnt der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Landesverband Mecklenburg-Vorpommern, größere Anstrengungen der Landesregierung an. Um die Gewässer in Mecklenburg-Vorpommern bis zum Jahr 2015 in einen guten ökologischen Zustand zu bringen, müsse eine Gewässerpolitik betrieben werden, die sich nicht wie bisher in entscheidenden Teilen widerspricht.
So betreibt das Land Mecklenburg-Vorpommern beispielsweise ein gutes und deutschlandweit einmaliges Moorschutzprogramm, reduziert aber gleichzeitig den Gewässerrandstreifen in der Landwirtschaft von bisher sieben auf nur noch einen Meter. Die übermäßige Düngung unserer Gewässer und der resultierende Nährstoffeintrag in die Ostsee könne auf diesem Weg nicht reduziert werden, so der BUND. Die Lösung sieht der BUND unter anderem in der konsequenten Ausweitung des ökologischen Landbaus, der von vornherein auf chemische Dünger und Pestizide verzichtet und in einem Wachstumsmarkt Arbeitsplätze schafft.
Auch wird die geplante Errichtung von Kraftwerken an Küstengewässern, wie dem Greifswalder Bodden, die Verbesserung der Gewässerqualität der Bodden nicht verbessern helfen.
BUND-Naturschutzreferent Arndt Müller:
"Das Land muss nach einer ehrlichen Bestandsaufnahme des Gewässerzustandes nun möglichst schnell zu integrierten Maßnahmeplänen kommen. Für jeden der Wasserkörper sind konkrete Verbesserungen für die einzelnen, relevanten Qualitätskomponenten zu benennen. Wirtschaftliche Interessen, wie der Ausbau des Wassertourismus, dürfen dabei nicht der Verbesserung der Gewässerqualität entgegenstehen. So sind wir immer wieder mit Abholzungen wertvoller Ufervegetation, zum Beispiel an der Elde konfrontiert, die der Schiffbarmachung dienen sollen. Auch werden in der mecklenburgischen Seenplatte in unverträglichem Maß Bootshäfen angelegt. Summa summarum: Die Verbesserung der Gewässer muss Chefsache in zahlreichen Ressorts werden. Anderenfalls werden wir auch im Jahr 2015 noch keine wesentlichen Verbesserungen erreicht haben."
Der BUND erkennt an, dass das Programm der EU-Wasserrahmenrichtlinie anspruchsvolle und ehrgeizige Ziele setze, die den ganzen Einsatz aller Landnutzer, der Verwaltung und auch der Umweltverbände erfordern. Letztere müssen jedoch durch das Land auch bei der Bewältigung zum Beispiel einer verstärkten Öffentlichkeitsarbeit im Sinne der Wasserrahmenrichtlinie unterstützt werden. Nur so lasse sich das Wissen und die Ideen der Bevölkerung einbinden und für den Gesamtprozess nutzbar machen.
Für Rückfragen:
Arndt Müller, Referent für Naturschutz, BUND MV, Tel. 0160-96470127
Was ist die EU-Wasserrahmenrichtlinie? Was soll Sie bewirken? Wie können Sie sich beteiligen? Lesen Sie die BUND-Handreichung zur EU-Wasserrahmenrichtlinie hier.