24. April 2010

Genkartoffeln stoppen und Kormorankolonien schonen

Mathias Grünwald, Professor für Zoologie, Ökologie und Naturschutz an der Fachhochschule in Neubrandenburg ist heute erneut als Vorsitzender des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) in Mecklenburg-Vorpommern gewählt worden. Ebenfalls bestätigt wurde als Stellvertreterin die Landschaftsökologin Annett Beitz aus Neubrandenburg. Neu im Vorstand sind Thomas Blaudszun, Jurist aus Hagenow und Bettina Baier, Landschaftsökologin aus Sandhagen bei Stralsund.

Die BUND-Jahresversammlung in Neubrandenburg forderte die Landesregierung auf, sich konsequent gegen den Anbau der Gentechnikkartoffel „Amflora“ einzusetzen. Eine „konstruktive Begleitung“ des Anbaus in Bütow im Landkreis Müritz, wie sie vom Landwirtschaftsministerium durch die Erarbeitung von Anbauregeln mit der BASF derzeit stattfindet, müsse gestoppt werden. Die Genkartoffel der Firma BASF sei mit einem verbotenen Antibiotika-Resistenzgen ausgestattet. Der Anbau sei mit ungeklärten Risiken für Natur, Biodiversität und Verbraucher verbunden. Insbesondere die Wirkungen auf Insekten und Bodenorganismen, Lurche, Vögel, und Wild seien laut vorliegenden Berichten nicht untersucht.

Ablehnung beschloss der BUND Mecklenburg-Vorpommern für das als „Bestandsmanagement“ bezeichnete Vorgehen der Landesregierung gegen den Kormoran, welches die Fischbestände schützen soll. Die schwierige wirtschaftliche Lage der Fischer solle stattdessen durch Stärkung von Einkommensalternativen verbessert werden. Es gäbe hingegen keine Indizien für den gewünschten Erfolg von Regulierungsmaßnahmen und keinerlei Untersuchungen für die eigentlichen Gründe des Fischrückganges in den Gewässern. Die Methoden der aktuellen Begleitforschung zur Bestandsregulierung in vier Kolonien des Landes (Niederhof, Lieps, Stuer, Peenemünde) seien nicht geeignet, die offenen Kernfragen zu möglichen Veränderungen des Kormoranbestandes zu klären. Deshalb legte der BUND Landesverband Widerspruch gegen eine Genehmigung des StAUN Neubrandenburg für Eingriffe der Universität Rostock in eine Kormorankolonie auf der Lieps im Naturschutzgebiet  „Nonnenhof“ südlich von Neubrandenburg ein. Die BUND-Gruppe Neubrandenburg betreut das Schutzgebietes ehrenamtlich.

Für Rückfragen: Corinna Cwielag, BUND-Landesgeschäftsführerin, T: 0178/5654700