18. Dezember 2009
Steinkohlekraftwerk Lubmin: Projektentwickler haben nichts gelernt
Zur heute veröffentlichten Ankündigung der Projektgesellschaft Dong Energy Kraftwerke Greifswald GmbH, das Genehmigungsverfahren für das Steinkohlekrafwerk Lubmin nicht einzustellen und im Gegenteil weitere Unterlagen vorzulegen, teilen die in der Allianz "Kein Steinkohlekraftwerk Lubmin " arbeitenden Bürgerinitiativen und Umweltverbände mit, weiter mit aller Kraft Widerstand leisten zu wollen. Nach dem ersten Jubel über den Rückzug von DONG Energy sei man sich im Klaren, dass sich einige Unbelehrbare nicht von einem Kohlekraftwerk am Greifswalder Bodden verabschieden wollen.
Arndt Müller, Naturschutzexperte des BUND und Bearbeiter des Genehmigungsverfahrens:
"Wir verstehen nicht, woher die verbliebenen Investoren ihren Optimismus nehmen. Das jahrelange Hin und Her, die fortwährenden Nachforderungen der Behörden an DONG Energy und die Ablehnung in der Region haben klipp und klar bewiesen: Ein Kohlekraftwerk ist an diesem Standort nicht genehmigungsfähig. Angesichts dieser Ansage der Investoren führen auch wir selbstverständlich unsere Arbeit weiter und erwarten die angekündigten Unterlagen."
Nach Kenntnis der Bürgerinitiative "Kein Steinkohlekraftwerk Lubmin" Rügen haben sich erste Stadtwerke, die sich an diesem Projekt beteiligt hatten, bereits zurückgezogen. So sei gestern bekannt geworden, dass eine der größten Beteiligungen, die Tiroler Wasserkraft AG (TIWAG) aus Österreich, bevorzugt auf Wind und Wasserkraft setzen und sich aus dem Projekt "Kohlekraftwerk Lubmin" zurückziehen will. Die TIWAG wollte sich mit 150 Millionen Euro beteiligen. Entgegen der Äußerungen der
Projektgesellschaft Dong Energy Kraftwerke Greifswald GmbH sei auf Nachfrage auch in den Stadtwerken München, dem größten kommunalen Unternehmen Deutschlands, keine Beteiligung am Kraftwerksprojekt Lubmin vorgesehen.
Torsten Jelinski von der Bürgerinitiative Rügen:
"Bei uns hat sich noch keiner zur Ruhe gelegt. Wir werden nicht nachlassen und arbeiten bis zu dem Tag, an dem einem Kohlekraftwerk Lubmin endgültig der Totenschein ausgestellt wird".
Rückfragen: Arndt Müller, BUND MV, Tel. 0160-96470127